GERICHTSGUTACHTEN
  • Der Sachverst√§ndige wird nach Anh√∂rung der Parteien von Amts wegen durch das Gericht, an dem die Rechtssache verhandelt wird, bestellt.
  • Der Bestellung zum Sachverst√§ndigen hat derjenige Folge zu leisten, welcher zur Erstattung von Gutachten der erforderten Art √∂ffentlich bestellt ist oder welcher die Wissenschaft, die Kunst oder das Gewerbe, deren Kenntnis Voraussetzung der geforderten Begutachtung ist, √∂ffentlich als Erwerb aus√ľbt oder zu deren Aus√ľbung √∂ffentlich angestellt oder erm√§chtigt ist.
  • In √Ėsterreich werden die Sachverst√§ndigen vom Gericht in der Regel aus der Liste der allgemein beeideten Sachverst√§ndigen ausgew√§hlt.

 

 

  • Sachverst√§ndige k√∂nnen nat√ľrlich auf Wunsch auch abgelehnt werden oder sich selbst in einem konkreten Fall f√ľr befangen erkl√§ren.
  • Der Sachverst√§ndige hat sich gegen√ľber dem Gericht mit seinem Sachverst√§ndigenausweis, der jedem in √Ėsterreich bei Gericht zertifizierten und beeideten Sachverst√§ndigen zur Verf√ľgung gestellt wird, auszuweisen.
  • Das Gericht stellt dem Sachverst√§ndigen konkrete Fragen, die er als sachkundiger Gerichtsdiener nach dem Stand der Wissenschaft zu beantworten hat.
  • Die Erstellung von Befund und Gutachten ist genau geregelt.
    Eine Befundaufnahme findet in der Regel unter Einbeziehung aller Parteien und deren gerichtliche Vertretungen statt.
  • Das detaillierte Gutachten geht in mindestens dreifacher Ausf√ľhrung zu Gericht und wird dort vom Richter an alle Parteien verteilt.
  • Fristen und genaue Abl√§ufe laut Zivilprozessordnung sind bindend.
  • Ein Sachverst√§ndiger, der f√ľr eine Rechtssache bereits ein Privatgutachten erstellt hat, darf kein Gerichtsgutachten im gleichen Fall ausarbeiten.
  • Insbesondere bei der Formulierung des Auftrags an den Sachverst√§ndigen kann von den Parteien dabei bereits wesentlicher Einfluss auf das weitere Verfahren und auch die Kosten der Begutachtung genommen werden.
  • Die Kosten f√ľr die T√§tigkeit des Sachverst√§ndigen tr√§gt in der Regel die Partei, welche den Sachverst√§ndigenbeweis beantragt hat. Diese hat nach ¬ß 365 Abs. 2 √∂ZPO auch einen Kostenvorschuss zu erlegen.