HISTORISCHES

Genau genommen fĂ€llt die Geschichte des Diamanten mit der Entstehung der Erde zusammen und verlĂ€uft dann im Dunkel der Vorzeit. Lange im Schoß der Erde verborgen, gelangte der Diamant erst zu Ansehen, als der Mensch ihn endlich als den kostbarsten aller Steine erkannt hatte und ihn zu eigenem Nutzen und Freude verwendete.

Man wird wohl nie genau erfahren, wann genau die ersten Diamanten entdeckt wurden; belegt hingegen ist, wo sie gefunden wurden, nĂ€mlich in Indien, in jenem Land, das vom Altertum bis ins 18.Jh. der einzige Lieferant fĂŒr Diamanten war.

Erste ErwĂ€hnungen des Diamanten finden sich bereits im Buch „Exodus“ des Alten Testaments.

In der griechischen Literatur der Antike, ab dem 8.Jh.v.Chr., begegnet man erstmals dem Wort „ ADAMAS.“, das im Sinne von „unĂŒberwindlich“ und „unbezwingbar“ verwendet wird.

Seit ca. 400 v. Chr. bis 1725 war Indien das Diamanten fĂŒhrende Land.

Nach Ansicht der alten Hindu bildeten sich Diamanten aus den fĂŒnf Urquellen der Natur: der Erde, dem Wasser, dem Himmel, der Luft und der Energie.

In vielen alten Handschriften wird der Diamant aus rein mythischen GrĂŒnden als der Edelstein schlechthin bezeichnet.

Auch bei den Römern genoss er außerordentliches Ansehen.

Die Reichen des Mittelalters tauschten bei der Hochzeit Edelstein-besetzte Ringe aus. Im 15. Jh. schließlich wurde der Diamant wegen seiner HĂ€rte als Symbol ehelicher Treue angesehen und in das Trauungsritual einbezogen.

1456 entwickelte der Flame Lodewijk van BERQUEM in BrĂŒgge die Kunst des Diamantschleifens. Er hatte herausgefunden, dass ein Diamant nur mit einem anderen Diamanten bearbeitet werden konnte.

Die Renaissance des 16. Jh. hingegen sah die Bedeutung des Diamanten differenzierter. Der weltberĂŒhmte Goldschmied Benvenuto CELLINI, Schöpfer des unnachahmlichen Salzfasses, rĂ€umte dem roten Rubin und dem grĂŒnen Smaragd eine weit grĂ¶ĂŸere Bedeutung ein als dem farblosen Diamanten.

Die ersten Informationen ĂŒber die Diamantförderung Indiens verdanken wir dem Franzosen Jean-Baptiste TAVERNIER (1605-1689). Der zuerst von Kardinal MAZARIN, spĂ€ter vom französische König Ludwig XIV geförderte Kaufmann und Edelsteinexperte unternahm zahlreiche Reisen nach Indien und hinterließ 1676 einen Reisebericht mit wertvollen Hintergrundinformationen. Er war es auch, der viele der großen, berĂŒhmten Diamanten nach Europa brachte.

Anfang des 18. Jh. begann fĂŒr den Diamanten eine neue Ära. Die Vorkommen in Indien waren fast völlig erschöpft, als das portugiesische Königshaus 1729 offiziell den Fund brasilianischer Diamanten bekannt gab. Vier Jahre zuvor wurden diese Steine in der Provinz Minas Gerais unweit des Rio dos Marinhos entdeckt. GoldwĂ€scher verwendeten die „kristallklaren Steine“ als Spielmarken bei ihren Kartenspielen.

Das große Angebot an Diamanten beeinflusste die Schmuckmode nachhaltig.

In die zweite HĂ€lfte des 19. Jh. fiel die Entdeckung der sĂŒdafrikanischen Diamanten. Dadurch stieg das Angebot an Diamanten derart, dass sich weite Kreise der Bevölkerung Diamanten leisten konnten.

1866 entdeckte Erasmus Stephanus JACOBS im Alter von 15 Jahren auf der Farm seines Vaters den ersten Diamanten in SĂŒdafrika. Der darauf folgende „Diamantenrausch“ brachte zum ersten Mal kamen wirklich große Mengen an Diamanten auf den Schmuckmarkt, an denen sich nicht nur der Adel sondern auch das BĂŒrgertum erfreuen konnte.

Der EnglĂ€nder Cecil John RHODES kaufte nach und nach das Farmland der BrĂŒder DE BEERS und die KIMBERLEY-Minen auf und trug 1888 die „De Beers Consolidated Mines, Ltd“ ins Handelsregister ein. Damit begann die mehr als 100 Jahre dauernde Geschichte des Monopolkartells.

Im 20. Jh. folgten weitere Entdeckungen von bedeutenden Diamantminen auf dem afrikanischen Kontinent, in Russland, Australien und Kanada.